Marmelade, Konfitüre, Gelee, Aufstrich – ja was denn nu?

Bildquelle: wobigrafie / pixelio.de

Sicher habt ihr das auch schon erlebt: ihr steht beim Einkauf vor dem Marmeladenregal und findet keine Himbeer-Marmelade. Statt dessen Himbeer-Aufstrich, Himbeer-Gelee, Himbeer-Konfitüre.

Und ihr fragt euch: was soll das? Das Bezeichnungswirrwarr beruht auf EU-Verordnungen, die 2003 mit der sogenannten “Konfitürenverordnung” in deutsches Recht eingegangen sind.
Hier also ein wenig Aufklärung:
Marmelade – darf nur genannt werden, was ausschließlich aus Zitrusfrüchten hergestellt ist, pro Kilogramm fertiges Produkt mindestens 200 g Früchte, der Zuckergehalt muss mindestens 55% betragen!
Konfitüre – aus Wasser, Zuckerarten und Fruchtmark hergestellt, pro Kilogramm fertiges Produkt müssen genau 350 g Früchte enthalten sein. Ausnahmen bestätigen ja immer die Regel, diese gibt es für Schwarze Johannisbeeren, Sanddorn, Quitten und Passionsfrüchte. Auch hier gilt: Zuckergehalt mindestens 55%.
Gelee – aus wässrigen Auszügen oder Saft und Zucker hergestellt. Es muss die gleiche Menge Saft im Endprodukt enthalten sein, wie Früchte bei der Konfitüre und der Zuckergehalt muss auch wieder mindestens 55% betragen!
Aufstrich – aus Zucker und Früchten eingekocht, kann keiner der obengenannten Kategorien zugeordnet werden.
Es gibt noch ein paar weitere Kategorien, wie Gelee und Konfitüre extra, aber das erspare ich euch.

Mit dieser Verordnung wird aber leider das Qualitätskriterium Fruchtanteil auf den Kopf gestellt. Alles mit den klingenden Namen Marmelade, Konfitüre, Gelee hat einen hohen Zuckeranteil und einen niedrigeren Fruchtanteil, während es bei den Aufstrichen, z. B. unser Lavendel-Vanille-Aufstrich, genau umgekehrt ist, Saft- oder Fruchtanteile um die 60%, Zuckeranteil etwa 35%.

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